Interview mit Dipl.-Ing. Anja Rehse, Pflanzplanerin auf der igs hamburg 2013

DBG-News - 03/13

DBG: Woher beziehen Sie Ihre Inspiration für die Pflanzplanung? Aus der Mode, der Kunst, der Natur, von Reisen?

Anja Rehse: Sehr viele Anregungen erhalte ich aus der Natur, ich reise gern und nutze jede Gelegenheit, um mir Parks und Privatgärten anzuschauen. In Neuseeland, wo ich nicht speziell in Sachen "Greenart" unterwegs war, haben mich viele Gärten am Reiseweg inspiriert. Zum Beispiel fiel mir in der Nelson Region auf der Südinsel die Dachbegrünung eines Weingutes (Woollaston Estate) auf. Spektakulär war die Gräserbepflanzung mit Poa cita. Die vielen feinen Halme wogten wie Haare im Wind. So kann man Bewegung in den Garten bringen. Auch der Garten der EarthSea Gallery von Peter Geen mit seiner Raumaufteilung ausschließlich aus neusseländischem Flachs hat mich sehr beeindruckt.

DBG: Müssen Sie in dieser Jahreszeit noch spezielle Maßnahmen gegen Frost ergreifen und wenn ja, welche? Was wird heute auf einer Gartenschau in punkto Substratvorbereitung für bestes An -und Einwachsen getan?

Anja Rehse: Da nahezu alle Pflanzen für meine Gärten erst in der Woche vor Ostern angeliefert werden, erwarte ich keine größeren Probleme mit Frost. Den bereits gepflanzten Pfeiffengräsern (Molinia caerulea in Sorten) macht der derzeitige Wintereinbruch nichts aus, da sie frosthart sind. Bei Spätfrösten wird der Frühjahrsflor durch eine Vliesabdeckung geschützt. Meine Pflanzungen liegen an der Südspitze des igs - Geländes im Bereich der Kulturlandschaften. Es handelt sich um die Wechselflorbepflanzung am Südeingang sowie die Bereiche "Kulturheide" und "Vier- und Marschlande". Damit auch alles gut einwächst hat die igs schon ein Jahr im voraus torffreie Substrate getestet. Jetzt werden Bodenanalysen vorgenommen und die Pflanzen bedarfsgerecht gedüngt. Während der Schau sorgt eine professionelle Pflege dafür, dass alles in einem 1a Qualitätsstandard blüht, leuchtet und erfreut.

DBG: Wer von den großen Gartenarchitekten, Gartenplanern - auch international - hat Sie am meisten beeindruckt und begeistert. Gibt es Vorbilder?

Anja Rehse: Ganz spontan und eindeutig: Wolfgang Oehme. Ich konnte den großen deutschen Gartenarchitekten, der in den U.S.A. Karriere machte, mehrfach auf Vorträgen erleben. Er war radikal und authentisch und das gefällt mir.

Seit 1962 entwarf Oehme zum Beispiel Gärten ohne Rasen, damals in den USA eine revolutionäre Neuerung. Er wurde so in den 1970er Jahren in den USA Pionier eines neuen Stils, der sterile (und bewässerungsintensive) Rasenflächen durch ausgedehnte Pflanzungen von Stauden und vor allem Gräsern ersetzte. Ich liebe die Weite in seinen Entwürfen, die Großzügigkeit und das Plakative. UND: dass seine Entwürfe oftmals genial in die umgebende Landschaft münden oder in sie hineinentwickelt wurden. Ein Beispiel hierfür ist der Rosenberg Garten auf Long Island im US Bundesstaat New York. Unter den ausländischen Gartenarchitekten finde ich besonders Henk Gerritsen beeindruckend. Bei ihm kann man viel über Pflanzenverwendung lernen. Lebendige Gestaltungsbeispiele liefert sein für die Öffentlichkeit zugänglicher Privatpark Priona Tuinen in der Nähe von Slagharen in Holland.

DBG: Welchen Gartenstil setzen Sie am liebsten um? Gibt es besonders bevorzugte Pflanzen in Ihrer Planung und wenn ja, warum?

Anja Rehse: Ich persönlich liebe streng architektonische Grundmuster in Kombination mit einer natürlichen wirkenden Staudenbepflanzung. Das fördert die Orientierung beim Besucher des Gartens. Meine bevorzugten Pflanzen sollten standfest sein, möglichst lange blühen und am besten auch noch im Winter (z.B. durch Samenstände) einen Zierwert haben. Pflanzen die ich gern einsetze sind zum Beipiel:
Prachtscharte (Liatris spicata), Duftnessel (Agastache rugosa - Hybride `Black Adder), Hohe Wolfsmilch (Euphorbia cornigera `Goldener Turm´), Garten-Reitgras (Calamagrostis x acutiflora `Karl Foerster´), Dreiblattspiere (Gillenia trifoliata) und viele mehr.

DBG: Was ist nach Ihrer Meinung im Augenblick Pflanzentrend?

Anja Rehse: Bei Staudenpflanzungen und auch bei Einjährigen geht der Trend hin zu wiesenartigen Pflanzungen.Gefragt sind Pflanzen mit natürlichen, wohlproportionierten Blütenständen wie zum Beispiel Talinum paniculatum (Erd-Ginseng), Salvia coccinea in Sorten (Scharlachroter Salbei) oder einfach blühende Dahlien. Ein weiteres Plus dieser Pflanzen ist ihre Anziehungskraft auf Insekten. Bei den Staudenpflanzungen sind die Steppen und Prärien unserer Erde zu Vorbildern für die Pflanzenkombintation und Verwendung geworden.

DBG: Was sind Ihre Projekte nach der igs - gibt es schon Pläne?

Anja Rehse: Nun habe ich drei Jahre hart gearbeitet, an der ersten Gartenschau meiner Tätigkeit teilgenommen und eine kleine Tochter bekommen. Ganz ehrlich: Jetzt ist im nächsten Jahr erst einmal eine Verschnaufpause angesagt. Schließlich braucht mich meine Tochter. Das Pensum ein wenig zurückfahren bedeutet auch, Kraft zu schöpfen für neue Aufgaben - darauf freue ich mich!

Wir danken Ihnen für das Gespräch – interessierte Leser erfahren mehr über Anja Rehse auf ihrer Website: www.greenart.biz




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