Deutscher Gartenbautag 2011: Zukunft des Gartenbaus im Fokus

DBG-News - 09/11

Inmitten der Blumenpracht, gestalteter Landschaften und der vielfältigen gärtnerischen Leistungsschau der BUGA 2011 waren die Gärtnerinnen und Gärtner zusammengekommen, um sich auch in verschiedenen Gremiensitzungen über die Zukunft der Branche und aktuelle politische Themen auszutauschen. Moderiert wurde die Kundgebung auf der Festung Ehrenbreitstein von Jürgen Mertz, Vizepräsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG).

Professor Dr. Joachim Hofmann-Göttig, Oberbürgermeister der Stadt Koblenz, dankte in seinem Grußwort den Gärtnern für die BUGA, die über die Maßen erfolgreich sei und einen echten „Ansehensgewinn für den Beruf des Gärtners“ darstelle.

Auch Ulrike Höfken, Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Ernährung, Weinbau und Forsten in Rheinland-Pfalz, lobte den gesamten Berufsstand für diese erste BUGA in Rheinland-Pfalz, die Emotionalität aufgenommen habe und für die alle Beteiligten „über das Soll hinaus gearbeitet hätten“. Hier seien neue Perspektiven für einen Ort gegeben worden, die auch über die Dauer der BUGA hinaus genutzt werden müssten.

In seiner Ansprache an die Gärtnerinnen und Gärtner ging der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundeslandwirtschaftsministerin, Peter Bleser, insbesondere auf die Zukunft der Branche ein: „Das Bundeslandwirtschaftsministerium ist stets eng mit dem deutschen Gartenbau verbunden. Daher unterstützen wir auch mit rund 200.000 Euro die „Zukunftsstrategie Gartenbau". Ich lade alle Akteure des Gartenbaus dazu ein, sich auch bei dem eigens eingerichteten Internetportal aktiv zu beteiligen und bei den Zukunftsfragen mitzudiskutieren."

Als Grundsatzfrage thematisierte Heinz Herker, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), in seiner Rede zum Deutschen Gartenbautag 2011 unter dem Motto „Einfach besser – Wir Gärtner!“ die Ausgestaltung der Zukunft der Gartenbauwirtschaft in all ihren Facetten.
Dabei sprach er einerseits die Verbandsstruktur an, die derzeit von dem Berufsstand reformiert würde: „Wir rüsten uns nun noch besser für die Zukunft. Wir werden besser, weil wir uns besser bündeln, damit wir auch zu neuer Leistungsfähigkeit in der öffentlichen Wahrnehmung gelangen.“

Dabei mahnte er die entsprechenden Rahmenbedingungen an, so etwa mit Bezug auf das Bundesprogramm Energieeffizienz oder auch die EHEC-Krise: „Wir konnten aufrecht und stolz auf unsere Produkte durch die Krise gehen, weil bewiesen wurde, wie sauber wir arbeiten. Der Markt hat sich aber noch nicht erholt und die Entschädigungszahlungen bezeichnen wir als unzureichend.“ Es gelte nun, aus der Krise Chancen zu erarbeiten und bot an, dass in ähnlichen Situationen die Gartenbaubranche stärker eingebunden würde in die Aufklärungsarbeit. Die dafür notwendigen Strukturen könnten schon jetzt von Politik und Berufsstand geschaffen werden, so Herker.
Bezüglich auf die Reform der Landwirtschaftlichen Sozialversicherung und der Einrichtung eines Bundesträgers warnte Herker: „Wir dürfen nicht durch politische Rahmenbedingungen genötigt werden, schlechter zu werden!“

Herker bezog sich auch auf den Ökologie-Philosophen Hans Jonas, der den ökologischen Imperativ begründet hatte: „Handle so, dass die Wirkungen Deiner Handlung verträglich sind mit der Dauerhaftigkeit echten menschlichen Lebens auf Erden." Nach diesem Verant-wortungsprinzip handelten auch die deutschen Gärtner und sorgten entsprechend für Menschen und Umwelt.

Der Gartenbau sei eine zukunftsweisende Branche mit all seinen Innovationen, Technologien, seinem unternehmerischen Engagement und mit der ganzen Breite seiner Produkte und Dienstleistungen, die das gesamte Leben der Menschen abdecken und vor allem in Zukunft, bei fortschreitender Technisierung und Industriealisierung der tatsächlichen Lebensumstände der Menschen, notwendig gebraucht würden.

Der Gärtnerberuf sei also zukunftssicher, spannend und vielfältig. Dafür benötige die Branche beste Fachkräfte. Und einem Teil der Elite gärtnerischen Berufsnachwuchses konnte der Gärtnerpräsident gleich anschließend in der feierlichen Preisverleihung gratulieren, nämlich zum Sieg im Berufswettbewerb für junge Gärtnerinnen und Gärtner (BWB).

Mirko Lettberg, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft deutscher Junggärtner (AdJ), sprach deutliche Worte in Richtung aller Unternehmen und in Richtung Verbände, sich mit Taten für den Berufsnachwuchs zu engagieren. Er lud ein, mit Ideen und Offenheit auf die Junggärtner zuzugehen und gemeinsam den Beruf Gärtner zum beliebtesten zu machen. ZVG-Vizepräsident Jürgen Mertz versprach unter tosendem Applaus, dass der ZVG am Top-Thema Ausbildung dran bleiben und sich noch weit gehender engagieren werde.

Saatssekretär Peter Bleser überreichte die Innovationspreise Gartenbau des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV), an die diesjährigen Sieger. In diesem Jahr erhielt die Firma MSD GmbH für das „Dämpfmobil“ und die Firma Phenospex GmbH für das PlantEye System den Innovationspreis Gartenbau in der Kategorie „Technik“. Die Firma Bock Bio Science GmbH erhielt für das Dienstleistungspaket „Bock TC Services“ den Innovationspreis Gartenbau in der Kategorie „Kooperation/Betriebsorganisation“. (s. separater Bericht)

Auf dem Deutschen Gartenbautag in Koblenz wurde zudem feierlich die Deutsche Blumenfee 2011/2012 vorgestellt. Lisa Maurer aus dem hessischen Wald-Michelbach löst Christiane Sander, Hannover, turnusgemäß nach einem Jahr Amtszeit ab. „Ich freue mich auf eine spannende Zeit, die vor mir liegt“, freute sich die 20-jährige Floristin Lisa Maurer. Und Christiane Sander konnte zufrieden und voller Freude zurückblicken, hatte sie doch viel gesehen und erlebt als Repräsentantin der grünen Branche. (s. separater Bericht)

Für seine Verdienste um die Gartenbaubranche ehrte ZVG-Präsident Heinz Herker feierlich Herwig Patzer mit der Ernst-Schröder-Münze in Gold, die erstmals vom Zentralverband Gartenbau (ZVG) verliehen wurde. Patzer hatte sich seit Jahrzehnten ideell wie materiell um den deutschen Gartenbau verdient gemacht. (s. separater Bericht)

Weitere Infos und die gesamte Rede von ZVG-Präsident Heinz Herker finden Sie auf www.g-net.de

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