Arbeiten auf dem Gartenschaugelände nehmen Fahrt auf
Ziel war es, für die geplanten Veränderungen möglichst wenig Bäume zu fällen und insbesondere zusammenhängende Baumbestände zu erhalten. Mit den Naturschutzverbänden hat sich die igs 2013 über die anstehenden Maßnahmen ebenso ausgetauscht wie mit den Bezirkspolitikern und der Verwaltung. Im Oktober finden im Wilhelmsburger Osten erste Ersatzpflanzungen statt. Rund 3.500 Bäume und Sträucher werden gepflanzt.
„Durch sensible Planungen schonen wir die wertvollsten Naturbereiche und halten die Eingriffe in den Baumbestand so gering wie möglich. Dennoch kann auf Eingriffe in Natur- und Landschaft nicht verzichtet werden, damit in Hamburgs Süden ein Park für Menschen aller Generationen und Kulturen entsteht: der Wilhelmsburger Inselpark“, betont igs-Geschäftsführer Heiner Baumgarten. „Aber Naturschutz und Landschaftsgestaltung schließen sich nicht gegenseitig aus! Die igs 2013 wird nicht nur die gesetzlich vorgeschriebenen Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen durchführen, sondern darüber hinaus ein Naturschutzkonzept zur Aufwertung der Gewässerlebensräume auf dem Gartenschaugelände umsetzen. Außerdem wird erstmals der Naturschutz Teil der Landschaftsgestaltung und der Leistungsschau sein“, so Baumgarten weiter.
Notwendige Baumfällungen für den Wilhemsburger Inselpark
Für die Parkgestaltung, insbesondere für die späteren Spiel-, Sport und Freizeitnutzungen eines modernen Parks, sind in der anstehenden Fällsaison weitere Baumfällungen erforderlich. Dem zuständigen Bezirksamt Hamburg-Mitte liegen die Anträge für die Fällung von rund 500 Bäumen zur Prüfung vor. Der Ausschuss für Verkehr und Umwelt, der im Vorwege über alle Planungen auf dem Laufenden gehalten wurde, wurde in seiner gestrigen Sitzung über die Anträge informiert. Der überwiegende Teil der Bäume wird dem Landschaftsbau weichen, etwa um wertvolle, markante Einzelbäume freizustellen, Wege von Ost nach West anzulegen oder Blickbeziehungen zwischen Wasser- und Parkbereichen herzustellen. An den gelichteten Uferrändern werden standortgerechte Stauden angepflanzt. Weitere Bäume werden für den Grabenausbau und die Grabenpflege sowie den Brückenbau gerodet. Auch für die Kampfmitteluntersuchungen müssen möglicherweise Bäume gefällt werden. Nicht zuletzt müssen Bäume für den Bau der Gartenschaubahn weichen: Der drei Kilometer lange Rundkurs wird vom Haupteingang der Gartenschau über deren südlichsten Punkt nahe der Kornweide führen. Mit drei Bahnhöfen in Wilhelmsburg Mitte, am Südpunkt und am Kuckucksteich soll es die Monorail insbesondere kleineren und älteren Besucherinnen und Besuchern ermöglichen, auch weitere Distanzen zu überwinden. Darüber hinaus schützt sie besonders sensible Naturbereiche, indem sie den Besuchern zwar einen Einblick, aber keinen Zugang gewährt. Schließlich erhöht die Monorail die Attraktivität der Gartenschau und trägt somit zu ihrem wirtschaftlichen Erfolg bei: ein wichtiger Aspekt bei der Planung, muss sich die Durchführung der Gartenschau doch ausschließlich aus ihren Einnahmen refinanzieren.
Änderungen der Planungen im Bereich markanter Baumbestände
Die igs 2013 hat insbesondere in zwei Arealen mit markanten Baumbeständen die Planungen noch einmal intensiv geprüft, um Baumfällungen zu reduzieren oder möglichst zusammenhängende Baumbestände zu erhalten:
- Wilhelmsburg Mitte: Die igs 2013 hat sich dafür eingesetzt, dass in dem geplanten neuen Stadtzentrum „Wilhelmsburg Mitte“ keine massiven Eingriffe im Bereich des Sumpfwaldes erfolgen. Der Masterplan hatte dort aus städtebaulicher Sicht Sichtachsen vorgesehen, die in diesem sensiblen Naturraum Baumfällungen notwendig gemacht hätten. Nun wird dieser Bereich geschont und lediglich eine wichtige Ost/West-Verbindung vom Hauland Höhe Wasserwerk zum Kleingartenverein „Grüner Deich“ angelegt. Sie ist insbesondere für die Zeit nach der Gartenschau wichtig: Sobald die Wilhelmsburger Reichsstraße verlegt sein wird, stellt der Weg eine wichtige Verbindung zwischen den Stadtteilen Reiherstieg und Kirchdorf dar.
- Kanukanal durch das Gartenschaugelände: Für den Verlauf des Kanukanals wurden noch einmal verschiedene Varianten überprüft, um aus naturschutzfachlicher Sicht möglichst viele wertvolle Bäume und Baumgruppen zu erhalten. Es wurde die Variante ausgewählt, die statt einzelner Baumgruppen den Erhalt zusammenhängender Bestände ermöglicht.
Stand der Fällarbeiten
Mit dem Fällantrag 2010/2011 sind die großen Fällarbeiten der igs 2013 im Park der Gartenschau abgeschlossen. Im weiteren Gestaltungsprozess können zwar bis 2013 noch einige wenige Baumfällungen notwendig werden. Deren Zahl wird jedoch maximal im zweistelligen Bereich liegen. In der Summe wurden für Gartenschau und Parkgestaltung bis zum Jahr 2010 insgesamt 1.500 ersatzpflichtige Bäume gefällt, in dieser Fällsaison wurde nun die Fällung von 500 Bäumen beantragt, so dass sich die Gesamtsumme auf rund 2.000 Bäume belaufen wird.
Baumschnittmaßnahmen genehmigt
Bereits genehmigt hat das Bezirksamt Mitte alle Baumschnittmaßnahmen, die bis 2013 auf dem Gartenschaugelände anfallen. Dazu gehören Pflegemaßnahmen wie Kronen- und Formschnitt, Erziehungs- und Aufbauschnitt, Totholzbeseitigungen und Schnittmaßnahmen zur Verkehrssicherheit. Als erstes werden die Linden auf dem Friedhofsgelände St. Rafael an der Neuenfelder Straße zurückgeschnitten: Dabei handelt es sich um rund 35 alte, auf den Kopf gesetzte Linden. In Anlehnung an die norddeutsche Tradition werden die Äste jetzt einmal kräftig gestutzt, damit sich zur Ausstellungseröffnung im Frühjahr 2013 wieder prachtvolle Kronen entwickelt haben. Diese Maßnahme ist aus Gründen der Verkehrssicherheit erforderlich, da sich zwischen den Ästen in den Köpfen der Bäume zum Teil Faulstellen gebildet haben und ein Ausbrechen größerer Äste zum Haupteingang der igs 2013 nicht ausgeschlossen werden kann.
igs 2013 pflanzt die ersten 3.500 Bäume und Sträucher
Im Wilhelmsburger Osten, zwischen Stillhorner Weg, Stillhorner Hauptdeich und Westerdeich werden seit Mitte Oktober die ersten rund 3500 neuen Bäume und Sträucher zur Entwicklung eines artenreichen, gestuften Gehölzbestandes gepflanzt. Diese Pflanzungen sind der erste Schritt, Ersatzpflanzungen für die auf dem Gartenschaugelände gefällten Bäume vorzunehmen. Bereits im Frühjahr 2011 werden dann auf benachbarten Flächen weitere Pflanzungen vorgenommen. Insgesamt entstehen somit auf einer Fläche von insgesamt ca. 2,7 Hektar Gehölzflächen im engen Verbund mit Ersatzpflanzungen für andere Vorhaben. So soll ein Wald entstehen, der Biotope vernetzt und damit neue Lebensräume schafft.
Auf dem igs 2013-Gelände selbst werden zusätzlich rund 900 neue Bäume gepflanzt
„Unser Ziel ist, dass nicht nur einzelne, gefällte Bäume ersetzt werden. Wir wollen mit den neuen Pflanzungen neue Lebensräume für Vögel, Kleintiere und Insekten schaffen“, betont Heiner Baumgarten, Geschäftsführer der igs 2013. Eine bislang intensiv landwirtschaftlich genutzte Fläche von rund einem Hektar wird neu mit heimischen und standortgerechten Bäumen und Sträuchern bepflanzt. Die Gehölzbestände mit Stieleichen, Eschen, Erlen und Silberweiden in der Baumschicht sowie Holunder, Weißdorn, Schlehe und verschiedenen Weiden können einen wertvollen Verbund zwischen dem lichten Auenwald am Heuckenlock und der Norderelbe herstellen. Insgesamt werden über 20 verschiedene, heimische Arten gepflanzt.
