Zukunftskongress des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten und der Bundesingenieurkammer Mai 2012
Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Akteure in der Infrastrukturentwicklung stärken und Infrastruktur in der Landschaft optimal gestalten wollen Landschaftsarchitekten und Ingenieure gemeinsam. Der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) und die Bundesingenieurkammer veranstalteten dazu am Mittwoch, den 16. Mai 2012, den Zukunftskongress „Infrastruktur in der Landschaft“ im Literaturhaus in München mit über 220 Teilenehmern. Die Debatten und Gespräche, vorgestellten Beispiele aus Bauherren- und aus Planerperspektive lieferten den Anstoß für eine kooperative Optimierung der baukulturellen Praxis.
In seiner Rede betonte Dr. Peter Ramsauer, Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung: „Baukultur im Infrastruktursektor gründet sich auf drei Säulen: Ingenieurskunst, technische Innovationen und gestalterische Qualität. Baukultur umfasst aber auch den Respekt vor der Natur und einen kenntnisreichen, sensiblen Umgang mit der Landschaft – auch mit der Stadtlandschaft. Baukultur schließt zudem prozessbezogene Aspekte ein, insbesondere die Bürgerbeteiligung hervor.“ Im Bereich der klassischen Infrastrukturbauwerke und -anlagen, noch viel mehr aber beim Neu- und Ausbau der Netze, Anlagen und Einrichtungen erneuerbarer Energien wird Baukultur immer wichtiger. Die Erscheinungsbilder von Stadt- und Landschaftsräumen werden hier entscheidend beeinflusst.
Im Rahmen des Zukunftskongresses wurden die Aufgaben zu Infrastrukturen in der Landschaft aufbereitet und zur Diskussion gestellt, aktuelle Forschungsergebnisse sowie deutsche und internationale best-practice-Ansätze kommuniziert. Andrea Gebhard, Präsidentin des bdla, sagte einleitend: „Baukultur ist auch Planungskultur. Es ist wichtiger denn je, Wege aufzuzeigen, wie alltägliche Orte ihrer Bedeutung für das Gemeinwohl entsprechend gestaltet werden können. Raum als Ressource geht über die Expertise eines einzelnen Ressorts weit hinaus. Ziel des Zukunftskongresses ist es, diese Themenfelder zu beleuchten, neue Planungsansätze aufzuzeigen und als Grundlage für den Ausbau von Infrastrukturen zu verstetigen.“ Baukultur dürfe nicht als Dekoration bereits planfestgestellter Trassen oder im Flächennutzungsplan dargestellter Solarfelder oder Windkraftanlagen verstanden werden. Die Eigenart und Schönheit eines Landschaftsraums müssten erfasst und gegebenenfalls weiterentwickelt werden, so Andrea Gebhard.
Gemeinsame Erklärung an Dr. Ramsauer übergeben
Zum Abschluss der Konferenz überreichten bdla-Präsidentin Andrea Gebhard und Hans-Ulrich Kammeyer, Präsident der Bundesingenieurkammer, die von von 15 Verbänden und Organisationen unterzeichnete Gemeinsame Erklärung „Infrastrukturprojekte in der Landschaft nachhaltig gestalten“ an Bundesbauminister Dr. Peter Ramsauer. Einige der Kernthesen der Erklärung lauten:
• Im Planungsprozess sind Bauingenieure und Landschaftsarchitekten Partner und arbeiten von Anfang an in einem interdisziplinären Team.
• Dazu müssen im Hinblick auf Großprojekte die bestehenden Rahmenbedingungen materiell verbessert und effektiv genutzt werden, um Infrastrukturprojekte dauerhaft und umfassend umsetzen zu können.
• Eine gute Gestaltung und offensive, frühe Beteiligungsprozesse sind die Voraussetzungen dafür, dass künftig Infrastrukturmaßnahmen von der Bevölkerung akzeptiert und aktiv zur positiven Entwicklung von Stadtregionen und Landschaften genutzt werden können.
Den Wortlaut der gemeinsamen Erklärung finden Sie unter www.bdla.de
