Auf ein Wiedersehen in der Havelregion!

Mit einem großen Imagegewinn für die gesamte Havelregion endete am 11. Oktober 2015 die erste dezentrale Bundesgartenschau. In den zurückliegenden 177 Tagen lockten die fünf BUGA-Städte Brandenburg an der Havel, Premnitz, Rathenow, Amt Rhinow/Stölln und die Hansestadt Havelberg unter dem Motto „Von Dom zu Dom – das blaue Band der Havel“ mehr als 1.050.000 Besucher in die insgesamt 53 Hektar großen BUGA-Ausstellungsflächen der Havelregion. Über 80 km der naturnahen Havelflusslandschaft sind durch die BUGA 2015 Havelregion deutschland- und europaweit bekannt geworden.

Die BUGA habe sich als Wachstumsmotor für die gesamte Region herausgestellt resümierte die BUGA-Zweckverbandsvorsitzende und Oberbürgermeisterin der Stadt Brandenburg an der Havel Dr. Dietlind Tiemann: „Diese Gartenschau war und ist ein großer Gewinn für unsere Region. Ein derart nachhaltiges BUGA-Konzept hat es noch nie gegeben. Zum ersten Mal wurden gärtnerische, touristische und städtebauliche Aspekte von 5 Standorten eng miteinander verzahnt. Ob in Brandenburg an der Havel, Rathenow, Premnitz, Stölln oder der Hansestadt Havelberg: Überall haben wir vorhandene, oftmals historische städtebauliche Substanz bewahrt, aufgewertet und zu einer neuen Qualität weiterentwickelt. Das Ergebnis kann man heute und für die kommenden Jahre sehen. Die BUGA ist für uns eine nachhaltige Infrastrukturförderung: Die Länder Sachsen-Anhalt, Brandenburg und alle BUGA-Städte haben damit in die Zukunft unserer Region und ihrer Menschen investiert. Dieses Geld ist nicht in die BUGA geflossen, sondern in die Zukunft unserer Städte - und da ist es hervorragend angelegt. Natürlich hätten wir uns alle auch noch mehr Besucher gewünscht. Dennoch hätte vor 25 Jahren niemand gedacht, dass wir in unserer Havelregion einmal über 1 Million Gäste aus ganz Deutschland und viele internationale Besucher begrüßen können. Der Imagegewinn für unsere Region ist immens. Ohne ein verbindendes Projekt wie die BUGA hätte es eine derartige Anstrengung aller Partner nicht geben können. Deshalb ist die BUGA für unsere Städte und unsere Region nicht ein Endpunkt, den es jetzt abzurechnen gilt, im Gegenteil: Die BUGA ist ein Ausgangspunkt für die Zukunft unserer Städte und ihrer Menschen! Auf dem, was wir alle gemeinsam hier geleistet haben, können und werden wir aufbauen.“

Auch die Ministerpräsidenten der an der Bundesgartenschau 2015 Havelregion beteiligten Bundesländer haben sich zum floralen Großereignis geäußert.

Dr. Dietmar Woidke
(Ministerpräsident Brandenburg): „Die BUGA in der Havelregion hat Brandenburg von seiner absoluten Schokoladenseite gezeigt – als Land faszinierender Natur- und Flusslandschaften, als Heimat kulturhistorisch reizvoller Städte und als lohnenswertes Ziel für Aktivurlauber auf dem Rad, im Boot oder mit dem Wanderrucksack. Dem mutigen Konzept der dezentralen Gartenschau haben wir es zu verdanken, dass das Reiseland Brandenburg bundesweit noch einmal deutlich vielfältiger wahrgenommen wird. Oder um es kurz zu sagen: Neben Spreewaldgurke und „Altem Fritz“ dürfte mit dem blauen Band der Havel ein neues märkisches Markenzeichen entstanden sein.“

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff sagte: „Die BUGA hat einen großen Schub für die gesamte Havelregion gebracht. Die verbesserte Infrastruktur und die erhöhte Bekanntheit werden die Regionalentwicklung in den kommenden Jahren erleichtern. Besonders erhoffe ich mir nachhaltige Impulse für den Tourismus. Nicht zuletzt Havelberg mit seiner einmaligen Naturlage ist ein Anziehungspunkt in der Region. Alle beteiligten Kommunen in zwei Bundesländern haben es geschafft, die Besucherinnen und Besucher von der Region zu begeistern. Sie haben die Havelregion im besten Sinne zum Blühen gebracht.“

Erhard Skupch
(Geschäftsführer des BUGA-Zweckverbandes): „Sechs Jahre intensive Arbeit liegen heute hinter uns. Auf dem Weg zur Eröffnung der ungewöhnlichsten Bundesgartenschau, die es in der 60jährigen Geschichte der Ausrichtung von großen Gartenschauen gegeben hat, war es nicht immer leicht. Viele Probleme mussten gelöst werden. Zusammen mit den fünf Ausrichterkommunen haben wir dies geschafft. Zu danken ist an dieser Stelle aber auch dem BUGA-Team. Jeder Mitarbeiter hat sein Bestes gegeben, um die Gartenschau zu einem Erfolg für unsere vielen Gäste zu machen.“

Jochen Sandner
(Geschäftsführer der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH): „Bei meinen Besuchen zu unterschiedlichsten Zeiten und an allen fünf Standorten konnte ich erleben, wie begeistert Gäste vom Ideenreichtum der Planer und Gärtner waren. Aus den Fragen an die Gärtner im Gelände oder am i-Punkt GRÜN war Fachkenntnis herauszuhören. Viele Besucher zeigten ein großes Interesse an bestimmten Pflanzensorten und ihrer Pflege. Zu beobachten war auch, wie intensiv Eindrücke von den genannten Geländebereichen digital festgehalten wurden, um Inspirationen zu Hause umzusetzen oder einfach nur die Wirkung einer bestimmten Blütenfarbe, die Vielfalt der Staudenkombinationen oder Park- und Gartenareale zu dokumentieren.“

Cosima Ningelgen (Pressesprecherin Ostdeutscher Sparkassenverband): "Die BUGA hat die Havelregion deutschlandweit bekannter gemacht. Die Mitgliedssparkassen des Ostdeutschen Sparkassenverbandes und ihre kommunalen Träger haben dies als Partner der BUGA gerne mit ermöglicht."

Gärtnerische Themen in Fakten und Zahlen

Insgesamt wurden mehr als 3.500.000 Pflanzen, Bäume und Sträucher präsentiert. Dreiunddreißig Firmen haben geholfen diese Anzahl Pflanzen zu liefern und sie in den Parkszu positionieren. Täglich arbeiteten mehr als 50 gärtnerische Fachkräfte der 3 BUGA-Pflegefirmen daran, die 53 Hektar der BUGA in tadellosem Pflegezustand zu zeigen. Er wurde aus der Fachperspektive durchgehend als sehr gut eingestuft. Gäste bestätigten dies immer wieder bei Feedbacks und in einer Besucherumfrage der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft. 

Brandenburg an der Havel: In der südlichsten BUGA-Stadt wurden drei Areale für die Bundesgartenschau hergerichtet. Zum einen der ca. 4 Hektar große Packhof, die Blumenschauhalle St. Johannis und das knapp 12 Hektar große Gelände des Marienberges. Die drei Areale liegen in der Innenstadt und haben diese durch ihre temporäre oder langfristige Umgestaltung erheblich aufgewertet. Etliche gärtnerische Highlights konnten in den Parks besichtigt werden. Dazu gehören u.a.: der Rosengarten, das Rosenrad und die Rosenpergola, der Heidegarten, der Weinberg, die historischen und modernen Staudenbepflanzungen sowie der üppige Wechselflor, mehr als 30 Themengärten und 16 Blumenhallenschauen in der Kirche St. Johannis.

Premnitz: Auch in Premnitz konnte die Innenstadt nachhaltig aufgewertet werden. Die Tagesgärten und die Uferpromenade standen den Besuchern als BUGA-Parks zur Verfügung und wurden sehr gut angenommen. Hier wurde die Übersichtlichkeit des Geländes und die Havelnähe wohlwollend aufgenommen. Spannende Schollenbeete mit wechselnden (Stauden) Pflanzungen und essbaren Blüten konnten in den Tagesgärten bestaunt werden, die „Grüne Küche“ sowie ein weiterer Pavillon für Kunstausstellungen kamen dazu. Die Uferpromenade punktete mit der Aussichtsplattform, von der ein herrlicher Blick in die Auenlandschaft genossen werden konnte. Dazu kamen üppige Staudenbeete, der Auenwaldpfad und das „Band der Spiele“.   

Rathenow:
Zwei spannende Kulissen konnten besucht werden – der Weinberg und der Optikpark. Beide Areale wurden sehr gut angenommen. Die Havel trennt beide Areale, die neu erbaute Weinberg-Brücke verbindet die beiden Parks auf gekonnte Art und Weise. Im Optikpark wurden die Farbstrahlen, der Karpfenteich mit den Seerosen, die Floßfahrten und der Brückenvorplatz mit seiner umfangreichen Neubepflanzung als Höhepunkte empfunden. Die Weinberg-Brücke versetzte viele Besucher in Erstaunen. Ihre Architektur wurde als einzigartig wahrgenommen und durchweg gelobt als markanter Baustein in der städtischen Landschaft der Kommune. Die Dahlienarena, der Senkgarten, das Rhododendrontal sowie der Fels- und Steppengarten um den Bismarckturm und die aufwendigen Blütenkaskaden waren die gärtnerischen Hingucker im Weinberg. 

Amt Rhinow/OT Stölln: Der ungewöhnlichste Standort dieser BUGA war der Ort Stölln. Aber vielleicht gerade wegen seiner Ungewöhnlichkeit wurde dieser Standort sehr wohlwollend aufgenommen. Drei BUGA-Bestandteile wurden angeboten: Der Fliegerpark, der Flieger- und Landschaftspfad und das Lilienthal-Centrum Stölln (LCS). Rund um die LADY AGNES (IL 62) konnte im Fliegerpark eine üppige Staudenpflanzung besichtigt werden, im Flugzeug selbst eine Interflug-Ausstellung sowie als gärtnerische Höhepunkte die üppig bepflanzten Steppengleiter über einem Trockenrasenareal, die von einem Stegsystem (genannt Gangway) aus besucht wurden. Das LCS konnte eine Versechsfachung der bisherigen Besucherzahlen verbuchen. Der Feldfrüchte-Beitrag am Flieger- und Landschaftspfad kam vor allem bei unseren Gästen aus den städtischen Ballungsräumen gut an.   

Hansestadt Havelberg:
Die nördlichste BUGA-Stadt hat sich mit der BUGA fit für die Zukunft gemacht. Hier gab es drei Kulissen – alle innenstadtnah oder direkt in der Innenstadt: Dombezirk, Blumenhallenschaukirche St. Laurentius und das „Haus der Flüsse“. Im Dombezirk wurden die Terrassen am Krugtorhohlweg gärtnerisch und denkmalpflegerisch aufgewertet, ein Pfingstrosengarten initiiert, der Mönchgarten als Weinverkostungslokalität angeboten sowie der Dom Havelberg selbst integriert. Der Dechaneigarten, die Kleingartensparte „Am Nussberg“ und der Bereich „Grabgestaltung & Denkmal“ haben das Areal abgerundet. In der Kirche St. Laurentius wurden hintereinander 16 Blumenhallenschauen präsentiert – ein absolutes must-see für die Gäste. Das ab Mitte der BUGA-Zeit geöffnete „Haus der Flüsse“ des Biosphärenreservates Mittelelbe war vor allem auch für junge Gäste von großem Interesse.

Die Wechselflorflächen der BUGA 2015 sind von fachlicher Seite und von Publikumsseite als hervorragend eingestuft worden. Die Frühjahrsbepflanzungen fanden vor Beginn Gartenschau statt, während der Durchführung wurde mit der Sommer- und Herbstbepflanzung nachgelegt. Auch ein BUGA-Blumenband mit Einjährigen und Zwiebelblühern leuchtete straßenbegleitend die Besucher an, um die fünf BUGA-Städte optisch miteinander zu verbinden. 

In den Blumenhallenschauen in Brandenburg an der Havel (St. Johanniskirche) sowie in der Hansestadt Havelberg (St. Laurentiuskirche) fanden insgesamt 32 sehr hochwertige floristische Ausstellungen statt, die ebenso wie der gesamte gärtnerische Wettbewerb von der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH (DBG)organisiert wurden. Jede Hallenschau stand unter einem besonderen Thema, das saisonal Stauden, Sträucher, Bäume, Gräser usw. in ihrer ganzen Artenvielfalt vorstellte. Sie zählten zu den absoluten Besuchermagneten.

Das Schaufenster des Brandenburger Gartenbaus präsentierte sich in Abstimmung zwischen der Stadt Rathenow, der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft  und dem Zweckverband BUGA 2015 Havelregion in Rathenow auf dem Weinbergareal. Das Projekt wurde durch das Land Brandenburg finanziell gefördert. Schwerpunktthemen hierbei waren die Blütenkaskaden, die Terrassengärten und der Obst– und Gemüsegarten.

Der i-Punkt GRÜN war das zentrale Beratungs-, Informations- und Kommunikationszentrum „Gartenbau“ für die Besucherinnen und Besucher der Bundesgartenschau auf dem Weinberg in Rathenow. Betreut wurde der i-Punkt GRÜN durch qualifizierte Mitarbeiter der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft. Neben der Beantwortung gärtnerischer Fragen fanden hier Fachvorträge und Mitmachaktionen, wie z. B. Pflanzen- und Floristikworkshops oder Verkostungen von Obst und Gemüse statt. Dabei wurde der Schwerpunkt auf „Produkte aus der Region“ gelegt. Des Weiteren wurde für eine Aus- und Berufsbildung im Bereich Gartenbau geworben. Eine enge Zusammenarbeit mit den regionalen berufsständischen Verbänden und gärtnerisch ausgerichteten Institutionen war obligatorisch.

Im Haus der Landschaft in Brandenburg an der Havel präsentierten sich die Fachverbände der Landschaftsgärtner aus Berlin-Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Dort fanden Beratungen zur Gartengestaltung, Informationsveranstaltungen zum gärtnerischen Berufsstand und zur Berufsausbildung statt.

Und zum  Schluss:
Auszeichnungen für Aussteller, Züchter und Gartenbaubetriebe 

Hier
kommen Sie zu den Staatsehrenpreisen des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, BMEL, und zur Verleihung der Ehrenpreise durch den Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG), mit denen erfolgreiche Gärtner, Züchter und Aussteller dieser BUGA 2015 Havelregion ausgezeichnet wurden.

Fakten

BUGA Havelregion 2015
Organisation

Zweckverband Bundesgartenschau 2015 Havelregion

Gründung

20.08.2009

Sitz

Fabrikenstraße 11, 14727 Premnitz

Aufgabe:

Vorbereitung und Durchführung der BUGA 2015 Havelregion

Investitionen:

ca. 40,0 Mio. Euro (nachhaltige Investitionen der Kommunen bzw. des Amtes)

Durchführungshaushalt:

ca. 28,3 Mio. Euro (davon ca. 8 Mio. Euro gärtnerisch-technische Durchführung)

Fläche

54,7 Hektar

Webseite

>> buga-2015-havelregion.de

Übersichtsplan

Einen Gesamt-Übersichtsplan mit den Standorten finden Sie >>HIER.

Gärtnerische Details:

Ausstellungsfläche insgesamt:
53 Hektar
Anzahl der Blumenhallenschauen:
St. Johannis Brandenburg an der Havel: 16
St. Laurentius Hansestadt Havelberg: 16
Baumpflanzungen/Großgehölze:
8.079 Stück
Stauden-, Gras- und Strauchpflanzungen:
318.501 Stück
Anzahl Geophyten (Frühblüher):
1.806.116 Stück
Erneuerung/Neubau Wegestrukturen in und um die Parks:
31.915 Quadratmeter
Anzahl Bau- und Landschaftsbaufirmen:
101 Unternehmen
Anzahl (Pflanz)Planungsbüros:
38 Unternehmen 

Das Havelland – Portrait einer Landschaft

Wer sich vertiefend mit dem Havelland als wunderschöner Kulturlandschaft beschäftigen möchte, dem sei dieser stimmungsvolle Bildband empfohlen, der aber auch Texte enthält, die den Besuch der Bundesgartenschau ganz sicher noch in die Region erweitern.

und hier der link zum Buch