In acht Jahren wird Heilbronn zum Schauplatz der Bundesgartenschau. Sie bietet die Chance, große Teile der Innenstadt um- und neuzugestalten: bestehende Grünzüge zu verbinden und den Neckar für die Stadtbewohner wiedererlebbar zu machen. So wirkt die BUGA - ähnlich wie in Koblenz - auch in Heilbronn als Motor der Stadtentwicklung.
Eines der Hauptziele ist es, die Stadtteile westlich und östlich des Flusses besser zusammenzuführen und die ressourcenschonende bauliche Innenstadtentwicklung zu forcieren. Dem Fruchtschuppen-Areal, einer über 30 Hektar großen Konversionsfläche der Bahn, zwischen Altem Neckar und Neckarkanal, kommt dabei eine Schlüsselfunktion zu. Hier wird ein ganz neues Stadtquartier entstehen, das seit einem Bürgerwettbewerb den Namen Neckarbogen trägt. Darüber hinaus sind aber auch weiter Areale im Stadtgebiet in das BUGA-Konzept eingebunden, in denen städtebauliche Mängel beseitigt, Grünzonen angelegt, Uferzonen geöffnet, Strassen verlegt und bessere Anbindungen für Fußgänger und Radfahrer geschaffen werden sollen.
Erste Schritte: Ideenwettbewerb und Machbarkeitsstudie
Nachdem Heilbronn den Zuschlag für die BUGA 2019 auf Grundlage einer Machbarkeitsstudie erhalten hatte, lobte die Stadt 2008 einen Ideenwettbewerb für das zentrale Stadtquartier Neckarbogen auf dem Fruchtschuppen-Areal aus. Im Juli 2010 beschloss der Gemeinderat den städtebaulichen Rahmenplan als Grundlage für den Realisierungswettbewerb BUGA 2019. Dieser gab Auskunft über die Art der Bebauung und die Verkehrserschließung, lieferte aber auch erste Anhaltspunkte zur Landschaftsgestaltung des neuen Quartiers. Der nun folgende europaweit ausgeschriebene Realisierungswettbewerb bestand aus zwei Phasen: in der ersten Phase legten nach über 60 Anmeldungen 22 Verfassergemeinschaften unter der Federführung von Landschaftsarchitekten Gestaltungsvorschläge vor, von denen das Preisgericht im Januar 2011 zehn Büros für eine detailliertere Bearbeitung auswählte. Als Preisgelder standen 180.000 Euro bereit. Der Wettbewerb ging im Mai 2011 mit der Auszeichnung von sechs Entwürfen zu Ende.
Das Preisgericht hat entschieden
Einstimmig wurde dem Büro sinai aus Berlin der erste Preis zugesprochen. Die vorgelegten Pläne mit dem Leitbild der "Stadtbaustelle im Schwebezustand" ist nun Grundlage für die Bundesgartenschau in Heilbronn und die Entwicklung des zukünftigen Stadtquartiers. Die Jury unter Vorsitz der Münchner Landschaftsarchitektin Professor Donata Valentien hat unter anderem die Mischung aus "urbaner Gestaltung" und "Inzenierung von Ökologie" überzeugt.
Der zweite Preis ging an das Büro RMP (Bonn), der dritte an das Büro bbz, ebenfalls Berlin. Das Preisgericht empfiehlt, für einzelne Teilbereiche (Theresienwiese/Frankenstadion bzw. Böckinger Bahnbogen) auch Ideen aus diesen beiden Entwürfen für die weiteren Planungen heranzuziehen. Vergeben wurden auch ein vierter und fünfter Preis sowie eine Anerkennung.
Was der Wettbewerb bringt
Der Bundesgartenschau-Wettbewerb zeigt auf, wie die dauerhafte Gestaltung neuer Grün-, Freizeit- und Sportflächen, Pflanzungen, Ausstellungen, Veranstaltungsstätten oder die Landschaftsmodellierung aussehen könnten. Er liefert auch erste Kostenannahmen für die Daueranlagen und die Gartenschauausstellung. Auch Ideen für die städtebaulichen Verknüpfungen und die Einbindung des BUGA-Geländes in den Stadtraum waren Bestandteil der Auslobung. Als Ausstellungsfläche rund um die "Insel im Fluss" geht die Stadtverwaltung von rund 70 Hektar entlang Altneckar und Neckarkanal mit den Kerngebieten Neckarbogen, Neckarpark, Innovationspark (H.I.P.), Teilen des Wohlgelegens, der Theresienwiese, des Frankenstadions und dem Bahnbogen Böckingen aus.
An das Wettbewerbsergebnis schliesst sich nun ein Vergabeverfahren mit dem Ziel an, mit den Planern ab Herbst 2011 Vorentwürfe unter Beteiligung der Bürgerschaft zu erarbeiten.
Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite der BUGA Heilbronn
>> www.buga2019.com
