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Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft

Auf Spuren von Peter Joseph Lenné

Ein Kurzinterview mit der Kuratorin der Ausstellung, Dr. Rita Hombach.

Haben Sie bei den Vorbereitungen für die Ausstellung neue Erkenntnisse über Peter Joseph Lenné und sein Werk im Rheinland gewonnen?

Wir haben im Vorfeld grundlegende Recherchen in rheinischen Archiven und natürlich in Potsdam und Berlin betrieben. Insbesondere im Rheinland sind wir auf zahlreiche Quellenfunde mit neuen Informationen über die Lennéschen Gärten gestoßen. So haben wir zum Beispiel einen neuen Entwurfsplan Lennés für den Kurpark Bad Neuenahr gefunden, der – anders als der bislang bekannte Gartenplan – in weiten Teilen realisiert wurde.

Noch bedeutender ist aus meiner Sicht die Erkenntnis, wie stark Lennés Werk durch seine rheinische Heimat geprägt wurde. So hat die Rheinlandschaft sein Naturideal als Gartenkünstler beeinflusst und seine Innovationen wurzeln zum Teil in den Traditionen der Gärtnerdynastie Lenné-Weyhe.

Diese Forschungsergebnisse sind in einem Begleitband zur Ausstellung dokumentiert, zu dem mehrere Autoren beigetragen haben.

Haben Ausstellung und Begleitband auch für die Denkmalpflege einen konkreten Nutzen?

Der Begleitband, zu dem auch ein Werkverzeichnis gehört, soll auch einen Beitrag zur Inventarisierung und zu den Vorarbeiten für noch ausstehende Parkpflegewerke leisten.

In der Ausstellung ist eine Raumeinheit der Gartendenkmalpflege gewidmet. Ausgehend von Lennés Engagement für die Pflege und Erhaltung von Gärten und Parks betrachten wir hier den heutigen Umgang mit den von ihm gestalteten Anlagen. Mit der Gegenüberstellung von Fotos verschiedener Zeitstufen und in Kurzfilmen geben wir in einen Einblick in die Ziele und die Praxis der Gartendenkmalpflege. Dabei wird sehr deutlich, wie unverzichtbar die kontinuierliche, fachgerechte Pflege ist.

Der Eigenbetrieb Grünflächen und Bestattungswesen der Stadt Koblenz beispielsweise nutzt die Lenné-Ausstellung, insbesondere den Themenbereich Gartendenkmalpflege, zu Schulungs- und Informationszwecken.

Kann die Ausstellung als temporäre Veranstaltung eine nachhaltige Wirkung entfalten?

Die Besucherzahlen der Bundesgartenschau in Koblenz gehen weit über die Erwartungen hinaus. Auch der Zulauf der Lenné-Ausstellung ist enorm. Wir wünschen uns, dieses Interesse an den Gärten und Parks Lennés auf die historischen Gärten in ihrer Gesamtheit zu übertragen, den Wert unseres Gartenerbes bewusst zu machen und dafür zu sensibilisieren, welche Aktivitäten zu seiner Erhaltung notwendig sind.

Deshalb beschränken wir uns in unserem Begleitband und in unserer Vortragsreihe zur Ausstellung nicht nur auf die Darstellung der Lennéschen Werke, sondern wir behandeln auch Themen der Gartendenkmalpflege und einer denkmalverträglichen Nutzung historischer Gärten.

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