Urban Art Parcours - ein grün-stählernes Paradies in der Völklinger Hütte

„Der Dialog zwischen Industriekultur und Natur ist eines der spannendsten künstlerischen Themen, die es in der gegenwärtigen Aneignung unserer Zivilisation gibt. Natur, die stillgesetzte industrielle Orte erobert, verwandelt - neu definiert und belebt sowohl mit Pflanzen als auch mit Tieren - ist in der aktuellen Fotografie ein zentrales emotionales Thema. Mit der Einrichtung des Paradieses ist es dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte gelungen, live und für jeden erlebbar, diesen besonderen Dialog zwischen Natur und Industriekultur in zwölf Gartenräumen sichtbar zu machen.
Die Bilder, die im Rundgang entstehen, entwerfen auch unseren Begriff von Industriekultur neu. Gerade darin liegt der besondere Wert dieses Gartenreiches im Weltkulturerbe Völklinger Hütte“, sagte Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig anlässlich der Eröffnung. 

Einzigartiger Dialog von Industriekultur und Natur

Gleich einem geheimnisvoll irdischen Garten Eden hinter einer uneinnehmbaren Mauer ruhte es unbe-treten fast 25 Jahre lang: das Areal zwischen Kokerei und der Saar. Paradiesisch konnten Tiere und Pflanzen im Schatten der Hochofengruppe ungestört zusammenfinden. Zum zehnjährigen Geburtstag des Zentrums für Kunst und Industriekultur und zu 60 Jahre Bundesrepublik wurde dieser einmalige Schatz zwischen Kokerei und Saarufer „gehoben“. Mit Hilfe der Landschaftsarchitektin Catherine Gräfin Bernadotte von der Insel Mainau entstand in dieser Wildnis ein malerischer Garten, der weltweit seinesgleichen sucht.
Um die bestehenden Teile der ehemaligen Kokerei, den historischen Stahl-Kohleturm von 1897, den zentralstehenden Betonkohleturm, die Koksbatterien Vier und Sieben sowie das große Wasserbecken herum entstand auf einer Gesamtfläche von 33.000 m2  dieser einzigartige Landschaftsgarten. Auf 1000 Metern neu angelegten Wegen und Plätzen wurden völlig neue und aufregende Blickachsen auf und in das Weltkulturerbe Völklinger Hütte geschaffen. Die zwölf thematischen Gartenräume vermitteln unterschiedliche Erfahrungen mit der Natur und ihrem Dialog mit der Industriekultur. Die Ausblicke auf die Hochöfen der Völklinger Hütte, auf die Saar und die ehemaligen Koksbatterien sind Bezugsachsen der Orientierung. Die abwechslungsreichen Gartenräume lösen Empfindungen aus, die von höchster Ruhe bis zu lebhafter Energie reichen. Der Lauf des Jahres taucht das Paradies in bunte Farben und angenehme Gerüche.

Und wie vermarktet sich die grüne Industriekultur?                         

Die 4. UrbanArt Biennale® 2017 endete mit einem Besucherrekord von 151.813 Besuchern. 189.692 Besucher lösten 2017 eine Kombi-Eintrittskarte für das UNESCO-Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Das sind 43.850 Besucher mehr als im Jahr 2016. Rund 33 Prozent der Besucher kamen aus dem Saarland. Rund 40 Prozent reisten aus den restlichen deutschen Bundesländern an, rund 27 Prozent der Besucher kamen aus dem Ausland. Insgesamt wurden 2.660 Gruppenführungen gebucht. Das sind rund 500 Führungen mehr als im Vorjahr. Entsprechend der Besucherbefragung des Weltkulturerbes Völklinger Hütte haben 2017 fast 34.000 Besucher des Weltkulturerbes Völklinger Hütte zwei bis drei Nächte im Saarland übernachtet. In dem GEO-Special-Heft „Deutschland neu entdecken“ wurde die Völklinger Hütte in der Rubrik „50 Mal Abenteuer – Unser Ausflugsführer“ gelistet. Die aspekte-Sondersendung zum Saarland widmete dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte einen eigenständigen Beitrag, die ARD-tagesschau sendete zum „Tag des offenen Denkmals“ einen Bericht über die Völklinger Hütte. Über die Ausstellung „Inka – Gold. Macht. Gott.“ und die „4. UrbanArt Biennale® 2017“ berichteten 2017 unter anderem die ARD-tagesschau (20 Uhr), die ZDF-heute-Nachrichten (19 Uhr), frankreichweit das Morgenmagazin von France 2, die Feuilletons der „Welt“ und der „Süddeutschen Zeitung“, das ARD-nachtmagazin, 3-sat-kulturzeit, das Straßburger Magazin „Poly“ (mit einer Titel-Geschichte zur „4. UrbanArt Biennale® 2017“) oder die Pariser Fachzeitschriften „GraffitiArt“ und „Stuart UrbanArt Magazine“.

Von seinen Besuchern erhält das Weltkulturerbe Völklinger Hütte auf führenden Reise-Portalen weiterhin exzellente Bewertungen. Für diese konstant herausragenden Bewertungen wurde dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte 2017 von der weltweit größten Reise-Website „TripAdvisor“ zum vierten Mal in Folge  das „TripAdvisor Zertifikat für Exzellenz“ verliehen. Auf TripAdvisor erreichte das Weltkulturerbe Völklinger Hütte die Bewertung 4.5 von maximal 5.0. Auf Holiday Check erzielte das Weltkulturerbe Völklinger Hütte die Bewertung 5.7 von maximal 6.0 und eine Weiterempfehlungsquote von 100 Prozent.   

Verlängert bis zum 8. April 2018: Aktuelle Ausstellung „Inka – Gold. Macht. Gott.“

Zusätzlich war das Gelände der Völklinger Hütte auch Anziehungspunkt mit  der Ausstellung „Inka – Gold. Macht. Gott.“ Sie ist auf ein überragendes Besucherinteresse gestoßen und wurde bis Sonntag, den 8. April 2018, verlängert. „Inka – Gold. Macht. Gott.“ im Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist eine Ausstellung mit herausragenden Exponaten zur Kultur der Inka und ihrer Vorgänger-Kulturen, die in dieser Form und Zusammensetzung zum ersten Mal zu erleben ist. Ein wichtiges Thema ist die spanische Eroberung Südamerikas durch Francisco Pizarro. 220 Exponate zeigen die Faszination der alten peruanischen Hochkulturen und ihr Aufeinandertreffen mit der europäischen Kultur des 16. Jahrhunderts. Der Kern-Bestand der Exponate stammt aus dem Larco Museum Peru, das die größte Sammlung altperuanischer Kunst weltweit besitzt. Einzigartige Exponate aus bedeutenden europäischen Museen vervollständigen die Ausstellung.

Pünktlich zum Start des neuen Jahrs 2018 hat die Ausstellung zur Kultur der Inka und ihrer Vorgänger-Kulturen die Besuchermarke von 150.000 überschritten. Rund 30 Prozent der Besucher kamen aus dem Saarland, rund 45 Prozent aus anderen deutschen Bundesländern. Rund 25 Prozent der Besucher reisten aus dem Ausland an. Aufgrund des herausragenden Besucherinteresses hat das Weltkulturerbe „Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte ist ein international bedeutendes Denkmal der Industriekultur und zugleich ein lebendiger Kulturort des 21. Jahrhunderts. Die Faszination der authentischen Industriekultur und der Dialog mit anderen Welt-Kulturen wie die der Inka oder der UrbanArt machen den spezifischen Reiz des Weltkulturerbes Völklinger Hütte aus. Im Zusammenspiel der Industriekultur mit den Ausstellungen und Veranstaltungen bildet das Weltkulturerbe Völklinger Hütte einen wirtschaftlich relevanten Tourismusfaktor für das Saarland“, sagt Meinrad Maria Grewenig, Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte.

„Das Besucherinteresse zur Ausstellung „Inka – Gold. Macht. Gott.“ übertrifft deutlich unsere Erwartungen. Wir sind von dem großen Zuspruch in der Großregion Saarland-Lothringen-Luxemburg und von den vielen Gästen aus Deutschland und anderen Ländern überwältigt. Der Dialog der Industriekultur mit den großen Kulturen dieser Welt ist die spezifische Qualität des Weltkulturerbes Völklinger Hütte. Die Erweiterung der Industriekultur über die rein technischen Dimensionen hinaus, birgt ein großes kulturelles Potential für das Saarland“, sagt Meinrad Maria Grewenig, Generaldirektor des Weltkulturerbes Völklinger Hütte.

Bis zum Ende der Ausstellung am Sonntag, dem 8. April 2018, bietet das Weltkulturerbe Völklinger Hütte an jedem Sonntag und Feiertag um 11.30 Uhr eine öffentliche Führung zu „Inka – Gold. Macht. Gott.“. Die Führungen sind im normalen Eintritt in das Weltkulturerbe Völklinger Hütte enthalten.

Bildnachweis für Fotos auf dieser Seite

Paradies I (ganz oben an erster Stelle):
(c) Weltkulturerbe Völklinger Hütte / Karl Heinrich Veith

UrbanArt Parcours_YZ_Chrystal (ganz oben an zweiter Stelle):
(c) Weltkulturerbe Völklinger Hütte / Hans-Georg Merkel

OX_Plakatieren Verboten (ganz oben an dritter Stelle):
(c) Weltkulturerbe Völklinger Hütte / Hans-Georg Merkel


Jef Aérosol_Newspaper Boy 2013 (links oben im Text):
(c) Weltkulturerbe Völklinger Hütte / Karl Heinrich Veith

Paradies_Hütte_4 (rechts am Rand mit Sonnenblumen):
(c) Weltkulturerbe Völklinger Hütte / Karl Heinrich Veith


Die UrbanArt Biennale

… ist eine zweijährliche Ausstellung zur Urban-Art, verschiedenen Kunstformen im städtischen Raum. Ziel der Biennale ist es, aktuelle Positionen dieser Kunstrichtung zu beleuchten, ihre Entwicklung im Zweijahresrhythmus zu dokumentieren und einen Überblick über die Weltszene der UrbanArt zu geben. Austragungsort ist das Europäische Zentrum für Kunst und Industriekultur in der UNESCO-Weltkulturerbestätte Völklinger Hütte in der saarländischen Mittelstadt Völklingen.

Das nördliche Außengelände der ehemaligen Hütte, auf dem sich die Kokerei befand, umfasst einen Freiluftbereich, "Paradies" genannt. Bewusst und gewollt darf sich in diesem Landschaftsgarten die Natur ohne menschliche Eingriffe entfalten, so dass zwischen dem von Industriearchitektur geprägten Außenbild der monumentalen Hütte und dem von der Natur zurückeroberten Gelände ein reizvoller Spannungsbogen entstand. In dieses Umfeld montieren UrbanArt-Künstler Installationen, die in besonderer Weise mit dem naturbelassenen Standort korrespondieren und eine Synthese von Großtechnik und Natur bilden. Die vierte Biennale findet statt vom 9. April 2017 bis zum 5. November 2017. Über 100 internationale Künstler aus 17 Ländern und vier Kontinenten zeigen insgesamt 150 Arbeiten. Start der „5. UrbanArt Biennale® 2019“ ist Sonntag, der 14. April 2019. Der "UrbanArt-Parcours" soll im Rahmen aller zukünftigen Biennalen erweitert werden.