Sichten einer Landschaft - Kunst auf der IGA

Wie wandelt sich Stadt an ihren Rändern? Was prägt und verändert unsere Wahrnehmung von Landschaft an der Grenze zwischen Natur und Kultur, Öffentlichem und Privatem? Und wie klingt eigentlich Grün? Überraschende, inspirierende, spielerische und anregende Antworten bieten die IGA-Kunstbeiträge.

Jeppe Hein „Mirror Labyrinth“

Für die IGA Berlin 2017 entwarf der Wahlberliner Jeppe Hein (DK) ein fast 10 x 10 Meter großes begehbares Spiegellabyrinth. Der Künstler greift mit seinem „Mirror Labyrinth“ eines der ältesten Gestaltungselemente der europäischen Gartenkunst auf und interpretiert es neu. Fasziniert von dem Abbild der Welt, das Spiegel reflektieren, spielt er in seinen Spiegelinstallationen mit dem Phänomen des Sehens und baut neue Bilder von Wirklichkeiten zusammen. Die Installation auf der Wiese, ganz in der Nähe des Besucherzentrums am Blumberger Damm, wird das erste öffentlich zugängliche Werk des renommierten Künstlers in Berlin.

Der aus Dänemark stammende Wahlberliner Jeppe Hein ist international bekannt für seine ungewöhnlichen Installationen im öffentlichen Raum, wie Wasserpavillons oder Spiegel- und Bankinstallationen. Das für die IGA Berlin 2017 dauerhaft entstehende Spiegellabyrinth ist das erste öffentlich zugängliche Werk von Jeppe Hein in Berlin.

Die Spiegelinstallation „Reflecting Gardens“ von Jeppe Hein greift die Idee der begehbaren Irrgärten auf, die zu den ältesten Gestaltungselementen der Gartenkunst gehören. Die Verwendung von Spiegeln schafft Durchlässigkeit, irritiert aber die Wahrnehmung der Betrachter und verunsichert zusätzlich hinsichtlich des eigenen Standortes. Inspiriert von Formen der Natur entsteht aus der Überlagerung von drei Blättern die Figur des „Reflecting Gardens“. Ein labyrinthischer Weg, gesäumt von anwachsenden Spiegellamellen, führt in einen Raum im Garten. Im doppelten Sinne ist es ein Ort der Reflexion, an dem die Betrachter sich selbst und ihre Umgebung auf spielerische Weise neu entdecken und erfahren.

Auch Jeppe Hein hat ein Faible für Künstlichkeit. Eigentlich auch für weiße Wände und bewegte Objekte. Auf die verzichtet der dänische Kritikerliebling und Wahlberliner allerdings für die IGA. Er baut ein spiegelndes Labyrinth, das von oben an lose Blätter erinnert. Mit dem Irrgarten greift es eine der ältesten Gestaltungselemente europäischer Gartenkunst auf. Versetzte, dreieckige und spiegelnde Elemente verschiedener Höhe lassen am Eingang noch freie Sicht auf die grüne Umgebung, im Inneren wird sie durch Reflektion mit gespiegelten Menschenmassen verfließen.

Zwischen 1999 und 2000 war er als Austauschstudent in Frankfurt am Main an der Städel-Hochschule für Bildende Künste. Er war Assistent von Ólafur Elíasson. Seine Arbeiten werden mittlerweile international ausgestellt, unter anderem in der Tate Liverpool (A Secret History of Clay), in der Galerie für Zeitgenössische Kunst in Leipzig (Performative Installation) und in New York im Museum P.S.1 (Flying Cube).

Jeppe Hein lebt mit seiner Frau und den gemeinsamen zwei Töchter in Berlin.