Friedhofsgärtnerischer Wettbewerb 2015

Mit der Herbstbepflanzung haben die Friedhofsgärtner bei der BUGA 2015 Havelregion jetzt den dritten und letzten Teil ihres Wettbewerbes entschieden. Für die insgesamt 70 Gräber - davon sind 67 im Wettbewerb -  vergab die Jury nach ihrem zweitägigen Rundgang 22 Gold-, 28 Silber- und 9 Bronzemedaillen. Dazu kommen vier Große Goldmedaillen der Deutschen Bundesgartenschaugesellschaft (DBG) und zwölf Ehrenpreise.

Wie bereits im Frühling und im Sommer setzten die meisten Aussteller auf bunte Beete. Allerdings bedeutet bunt im Herbst nicht unbedingt leuchtende Farben – bunt kann im Herbst, glaubt man den Friedhofsgärtnern in diesem Jahr, auch Ton-in-Ton in herbstlichen Pastellfarben sein. Cyclamen sind mittlerweile die Leitpflanzen auf den kleinen, liebevollen Parzellen. Natürlich kommen dabei die Zwergzüchtungen zum Einsatz, weil sie auch den Wetterunbilden des Herbstes am besten standhalten. Neben den Alpenveilchen ist Calluna im Herbst unverzichtbar. Nur noch ein Aussteller traute sich an die klassische Topfheide – damit spiegelt der Wettbewerb das Bild, das auch auf den Friedhöfen in der Praxis zu sehen ist. Seit einigen Jahren sorgt Zierpfeffer, Capsicum, mit seinen leuchtenden Früchten für Akzente auf herbstlichen Gräbern. Auch in Havelberg sind die kleinen Pflanzen häufig zusehen. Doch nicht jeder mag ihre orange oder gelb leuchtenden Früchte – dem einen oder anderen Besucher trieben es die Friedhofsgärtner mit dieser Auswahl dann doch zu bunt. Beim jüngeren Publikum kamen die leuchtenden Farben aber durchaus an. Nach wie vor sind Blattschmuckpflanzen bei der herbstlichen Beetgestaltung wichtig, doch sie erscheinen in diesem Jahr nicht mehr so dominant wie in den letzten Jahren. Das mag auch daran liegen, dass viele Aussteller auf die neuen Heidetypen mit grünem Laub zurückgriffen, die sich sehr gut für das Setzen von Akzenten auf den Mustergräbern eignen. Deutlich weniger als zum Beispiel in Hamburg wurde in diesem Jahr mit zusätzlichen Accessoires gearbeitet – fast alle Aussteller stellten die Pflanzen ohne weitere Dekoration in den Vordergrund. Fazit: Auch wenn in diesem Jahr auf dem kleinen historischen Friedhof im Schatten des Domes in Havelberg deutlich weniger Schaugräber als bei der letzten internationalen Gartenbauausstellung in Hamburg gezeigt wurden, stimmt doch die Qualität.

Wer bislang den Weg an die Elbe noch nicht geschafft hat, sollte sich sputen – auch für die Praxis kann man aus diesem Wettbewerb viel mitnehmen. Wie immer musste das fünfköpfige Preisgericht hart um die Entscheidungen ringen. Die Träger der großen Preise sind:

Blumen Krisam, Solingen, Große Goldmedaille der DBG für die beste Gestaltung einer zweistelligen Wahlgrabstelle.

KurpanZimmer GmbH, Köln, Große Goldmedaille der DBG für die beste Gestaltung einer einstelligen Wahlgrabstelle.

Friedhofsgärtnerei Seppelfricke, Gelsenkirchen, Große Goldmedaille der DBG für die beste Gestaltung eines Wahlgrabes in fließender Form und Ehrenpreis der Landwirtschaftskammer Niedersachsen für „eine beeindruckende Herbstbepflanzung“.

Blumenhaus Gärtnerei Haag, Stuttgart, Große Goldmedaille der DBG für die beste Gestaltung einer Urnengrabstelle.

Blumen Burmester, Bur, Ehrenpreis des Landesverbandes Gartenbau Rheinland für „ein besonders gelungenes farbliches Zusammenspiel zwischen Grabbepflanzung und Denkmal“.

Harald Bell, Recklinghausen, Ehrenpreis des Landesverbandes Gartenbau Sachsen für „eine außergewöhnliche Pflanzenzusammenstellung“.

Blumen Ellinger, Stuttgart, Ehrenpreis der Genossenschaft Kölner Friedhofsgärtner für „die hervorragende Ausführung einer Urnenbepflanzung über die gesamte Ausstellungsdauer“ und Ehrenpreis der Treuhandstelle für Dauergrabpflege Schleswig-Holstein für „die konsequente Umsetzung der Richtlinien für die gärtnerische Grabgestaltung“.

Friedhofsgärtnerei Klaus Boese, Magdeburg, Ehrenpreis des Landesverbandes Gartenbau Westfalen-Lippe für „beeindruckende Farbharmonien in der Herbstbepflanzung“.

Bildungszentrum Gartenbau Essen, Ehrenpreis des Landes Berlin vertreten durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt für „die ausdrucksstarke und detaillierte Pflanzenverwendung“.

Gärtnerei Hellekamps, Viersen, Ehrenpreis der Gesellschaft für Dauergrabpflege Westfalen-Lippe für „eine Herbstbepflanzung mit beeindruckenden Farbkontrasten“.

Gärtnerei Rehner/ Blumenpavillon Neis, Bad Kreuznach, Ehrenpreis der Friedhoftreuhand Berlin für „die Herbstbepflanzung eines Erstausstellers als Austellergemeinschaft“.

Ausstellergemeinschaft Brandl/Rankl, München, Ehrenpreis der Friedhofsgärtner Lübeck für „eine farbenfrohe Herbstbepflanzung.

Ausstellergemeinschaft Ellinger/Haag, Stuttgart, Ehrenpreis der Treuhandstelle für Dauergrabpflege Hessen-Thüringen für „die beste Ausstellergemeinschaft im Bereich Grabgestaltung und Denkmal auf der BUGA 2015 Havelregion“.

Claudia Zander, Friedhofsgärtnerei Seppelfricke, Gelsenkirchen, Ehrenpreis des Landesverbandes Gartenbau Sachsen für „einen optimalen Pflegezustand während der gesamten Ausstellungsdauer“.

Text und Bilder: DBG

Friedhofsgärtnerischer Wettbewerb "Herbstbepflanzung"

Hier finden Sie die Listen als pdf-Dokument:

>>Preisrichter Herbstbepflanzung

>>Preisträgerliste

>>Preisspiegel

Friedhofsgärtnerischer Wettbewerb "Sommerbepflanzung"

Hier finden Sie die Listen als pdf-Dokument:

>>Preisträgerliste

>>Preisspiegel

Friedhofsgärtnerischer Wettbewerb "Frühjahrsbepflanzung"

Hier finden Sie die Listen als pdf-Dokument:

>>Preisträgerliste

>>Preisspiegel

>>Ausstellerliste

Bilder zum Downloaden

>>Hier finden Sie Bilder von den einzelnen Grabstellen mit Angabe des Ausstellers.
Das erforderliche Passwort erfragen Sie bitte telefonisch (0228-539800) oder per Mail (info@bundesgartenschau.de).

Josef Knostmann

Er ist der Vater der Kompanie, kümmert sich um jedes Detail und ist sich auch nicht zu schade, um zum Beispiel gemeinsam mit den Auszubildenden kurz vor der Eröffnung der BUGA die Pavillons zu waschen – Josef Knostmann aus Schwerte ist nicht nur Vorsitzender des Arbeitskreises „Ausstellen und Gestalten“ beim Bund deutscher Friedhofsgärtner (BdF), er ist der Kümmerer in Sachen Ausstellungen.

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Friedhofsgärtner im Porträt

Team Seppelfricke

Bereits zur Eröffnung der BUGA brachten es die beiden engagierten Mitarbeiter aus dem Team von Thomas Seppelfricke, Gelsen- kirchen auf eine Goldmedaille. Jörg Bringemeier, der bereits bei der letzten großen Gartenschau in Hamburg mitgearbeitet hat, wusste welche Ansprüche die strengen Preisrichter an die Arbeiten stellen. Für Claudia Zander war die BUGA-Beteiligung hingegen eine Premiere.

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Hans Graf, Oettingen

Er ist kein Friedhofsgärtner und doch sorgt sein Schaugrab unter den 70 Gräbern im friedhofsgärtnerischen Wettbewerb der BUGA 2015 für Aufmerksamkeit bei Gärtnern, Preisrichtern und Besuchern: Hans Graf, Oettingen, ist Pflanzenliebhaber und Spezialist für die Kultur von Kakteen und Sukkulenten, also wasserspeichernden Pflanzen. Der Schwabe, Chef vom Oettinger Kakteengarten, der sich zum ersten Mal im Wettbewerb mit den besten Friedhofsgärtnern aus ganz Deutschland misst, mausert sich zum besten Erstaussteller mit bereits je einer Gold- und Silbermedaille und zwei Ehrenpreisen. „Ich bin von Haus aus und mit ganzem Herzen Gärtner. Wir kultivieren zu Hause über 500 verschiedene Arten von winterharten Sukkulenten“, erklärt der Gartenbautechniker.

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Wenn Gräber zelten gehen...

Wenn Gräber zelten gehen, die Rasenflächen mit Pflanzen, Geräten und Werkzeugen belagert sind und auf den Wegen kaum noch ein Durchkommen ist – dann sind die Friedhofsgärtner da. Insgesamt zwei Mal treffen sich die besten Friedhofsgärtner aus ganz Deutschland während der BUGA an einem Wochenende in Havelberg um die Beete auf ihren 70 Schaugräbern neu zu gestalten. In Spitzenzeiten sind dann gut 150 Gärtner mit ihren Helfern auf dem ehemaligen Domfriedhof aktiv. Viele Aussteller bringen Zelte mit,

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