Iran. Frühe Kulturen zwischen Wasser und Wüste

Bonner Ausstellung wird durch einen persischen Garten ergänzt

Die Ausstellung „Iran – frühe Kulturen zwischen Wasser und Wüste“ lüftet den Schleier vor den lange Zeit verborgenen Schätzen der iranischen Kulturen der Frühzeit, vom 7. Jahrtausend v. Chr. bis zum Aufstieg der Achämeniden im 1. Jahrtausend v. Chr. Zeitgleich beginnend zur Ausstellung  lädt ein persischer Garten auf dem Museumsplatz bis in den Oktober hinein zum Verweilen und Genießen ein. In Iran gehören gleich mehrere Gärten und Gartenanlagen zum UNESCO-Weltkulturerbe.

 «Man muss nicht erst sterben, um ins Paradies zu gelangen, solange man einen Garten hat.» Dieses persische Sprichwort zeugt von der Bedeutung und Wertschätzung der Gärten in Iran. Tatsächlich geht das moderne Wort „Paradies“ auf den avestischen Begriff pairidaeza, Umfriedung, zurück. Daraus wurde im Mittelpersischen Pardes und in der griechischen Überlieferung paradeisos. Den ältesten überlieferten Persischen Garten ließ Kyros der Große im 6. vorchristlichen Jahrhundert anlegen. Der Iran kennt verschiedene Typen von Gärten im öffentlichen, aber auch in einem von Wohnhäusern umschlossenen privaten Raum. Sie alle sind um das lebenspendende Wasser angelegt und folgen dem Prinzip der Aufteilung des Gartens in vier Bereiche.

Pflanzen, Bäume und Sträucher bilden ornamentale Muster

So auch der ca. 400 Quadratmeter große Garten vor der Bundeskunsthalle, der dem Innenhof-Garten eines großen Hauses nachempfunden ist. Dieser versetzt die Besucherinnen und Besucher in eine farbenfrohe Welt aus orientalischen Pflanzen, Licht und Schatten, Ornamenten und Wasserspielen. Das zentrale Wasserbecken wird gesäumt von Zitronen-, Orangen-, Granatapfel- und Erdbeerbäumen sowie Zypressen und Judasbäumen. Bodennahe Pflanzen wie Rosen, Iris und Wildtulpen bilden zusätzlich ornamentale Muster auf dem Boden. In breiten Gängen kann man um das Wasserbecken flanieren und von Sitznischen in den Wänden oder Bänken in der „Loggia“ aus den Blick auf den Garten genießen.

 Neben Bäumen und Büschen dienen in den persischen Gärten auch Mauern als wichtige Schattenspender. Dank des angrenzenden Duftgartens liegt der Geruch von Jasmin, Gewürzlorbeer, Rosmarin, Steppensalbei oder Zitronenthymian in der Luft. Der Persische Garten. Die Erfindung des Paradieses vor der Bundeskunsthalle spiegelt keinen realen Garten wider, sondern bildet vielmehr einen Archetyp ab, wie ihn die Gartenbaumeister seit der Antike im morgen- und abendländischen Kulturraum anlegten und wie er übrigens auch im orientalischen Garten  in der „Gärten der Welt“ auf der aktuellen internationalen Gartenausstellung der IGA Berlin 2017 zu finden ist. Als wichtiges Element in der iranischen Kultur stellt der Persische Garten somit eine Ergänzung zur Präsentation der jahrtausendealten Kulturschätze des Landes in der korrespondierenden Ausstellung im Inneren dar. Licht und Schatten, Hitze und Kühle, das beruhigende Plätschern von Wasser, der betörende Duft von Blumen – der Garten ist ein von Menschen gemachtes Paradies.Treten Sie ein in diese die Sinne erfrischende Oase, und genießen Sie die Atmosphäre des Persischen Gartens!

Der Persische Garten

Die Erfindung des Paradieses
13. April bis 15. Oktober 2017

Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH
Museumsmeile Bonn
Friedrich-Ebert-Allee 4
53113 Bonn

Information
T +49 228 9171–200

http://www.bundeskunsthalle.de/fileadmin/user_upload/01Ausstellungen/iran/PM_Iran_dt.pdf

 

 

 

 

 

Der orientalische Garten auf der IGA Berlin 2017

Nach einem ähnlichen Muster wie zur Ausstellung in der Bundeskunsthalle in Bonn ist der orientalische Garten innerhalb der Gärten der  Welt auf der internationalen Gartenausstellung in Berlin gestaltet. Er lädt gerade jetzt zur Blütezeit ein und bezaubert mit seine Wasserspielen nicht nur Kinder – ein Pavillon ist in klassischer Holzbauweise mit einer fein ziselierten und bemalten Kuppe ausgestattet. Das berühmte Wort von der „Einheit in  Vielfalt“ findet sich auch in den klassisch gestalteten Kacheln, mit denen der Garten Wand- und Bodenschmuck erhalten hat.

iga-berlin-2017.de/gartenausstellung/internationale-themengaerten/orientalischer-garten

www.iga-berlin-2017.de

Weltkultur- und Weltnaturerbe in Iran

1972 verabschiedete die UNESCO die „Internationale Konvention für Kultur- und Naturerbe der Menschheit“, um die „Schätze der Menschheit“ für die kommenden Generationen zu bewahren und in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Staaten, die diese Konvention unterzeichnen, verpflichten sich zum nachhaltigen Schutz von Baudenkmälern, Natur- und Kulturlandschaften innerhalb ihrer Grenzen. Die UNESCO verleiht den TitelWeltkulturerbe“ an Stätten, deren Einzigartigkeit und Authentizität von Bedeutung für die ganze Welt sind.
Im Jahr 2017 befinden sich 21 Weltkulturerbe-Stätten in Iran. Diese werden im Ausstellungsraum am Eingang des Gartenpavillons vorgestellt. Um einen Eindruck von der Pracht der Persischen Gärten im heutigen Iran zu vermitteln, werden hier auch die neun im Jahr 2011 von der UNESCO zum Welterbe ernannten Gartenanlagen mit Foto- und Filmmaterial vorgestellt. Diese sind über das Gebiet des heutigen Iran verteilt und verdeutlichen, wie die jeweils unterschiedlichen klimatischen Bedingungen der Regionen bei der Gestaltung berücksichtigt wurden. Die UNESCO zeichnete die Gärten nicht zuletzt wegen des Zusammenspiels verschiedener Disziplinen im Bereich Technik, Wassermanagement, Ingenieurkunst, Architektur und Botanik aus.

Pflanzenliste der typischen Stauden, Gräser und Gehölze, die sich in einem persischen Garten finden

hier geht es zum Download…